Tierkommunikation...

… was genau ist das eigentlich? Wie geht das? Was nehme ich wahr? Was muss ich dafür können? Solchen Fragen begegne ich wieder und wieder und daher widmet sich dieser Beitrag nun diesem Thema. Wobei – und das muss ich hier vorwegschicken – das nicht heißt, dass ich in zwei, drei Sätzen mal eben das Wesen der Kommunikation mit den Tieren erklären, geschweige denn vermitteln könnte. Aber vielleicht vermag ich darüber doch ein wenig Einblick zu vermitteln und aufzuzeigen, was mir ganz besonders wichtig dabei ist und auch, was für das tiefere Verständnis nötig ist.

 

Die Tierkommunikation ist, wie an anderer Stelle schon geschrieben, die lautlose Sprache zwischen Mensch und Tier. Diese Art der Kommunikation spielt sich auf der geistigen Ebene ab, wo wir mit allen beseelten Wesen in Verbindung treten können. In der Praxis kann man sich das so vorstellen: Ich bitte als Mensch (im Regelfall beauftragt vom Besitzer des Tieres) das betreffende Tier zu einem „Gespräch“, ich lade ein und lasse so das Tier wissen, dass es die Möglichkeit hat, dieser Einladung zu folgen. Und das bedeutet nun gleich Mehreres: das Tier kann meiner Einladung folgen, es ist frei, den Rahmen zu bestimmen, es hat aber auch das Recht, das Gespräch abzubrechen oder erst gar nicht anzunehmen. Für manch einen mag das befremdlich klingen, aber mir erscheint es wichtig klar zu stellen: ein Tier KANN mit mir kommunizieren, es kann die Kommunikation aber auch ablehnen. Dann ist vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt gegeben oder ich als Medium bin nicht die Richtige oder… oder… oder…

 

Für eine Tierkommunikation nehme ich mir ausreichend Zeit, und oftmals geschieht das schon im Vorfeld des eigentlichen Gesprächs mit dem Menschen. Der Grund dafür ist ganz einfach: wenn ich mich ganz in Ruhe und ungestört auf ein Tier einlasse (und eben vielleicht nicht gleichzeitig bereits im Gespräch mit dem Tierbesitzer bin), dann sind all meine Kanäle auf Empfang geschaltet und das Tier hat meine komplette und gebündelte Aufmerksamkeit. Ich bin dann ganz allein und nur dafür da wahrzunehmen. Und was die Kanäle dafür anbelangt bzw. was das alles ist, was wahrgenommen werden kann: das können Stimmungen sein, Gefühle, Bilder, Worte, mehrere Situationen aneinandergereiht wie ein kleiner Film, das kann ein Einblick in das körperliche Befinden sein, ein Hinweis auf Umstände, die besonders unangenehm sind oder auch Erlebnisse, die besonders schön und wichtig sind… - ganz abhängig von der Situation des Tieres bzw. dem, was es mir bzw. seinem Menschen vermitteln möchte bzw. auch, was der Mensch an Fragen hat.

 

Im Gespräch mit dem Menschen werden diese Informationen quasi als Übersetzung für den Menschen in Worte gepackt. Meine Aufgabe ist es nun, die empfangenen Eindrücke zu vermitteln, dann im Dialog Fragen zu klären, was bedeutet, dass ich mich nun in der Rolle als Vermittler zwischen dem Tier und dem Menschen befinde. Wunderschön ist es, wenn ich feststellen darf, dass vonseiten des Menschen das Verständnis für sein Tier wächst und dass das Tier tatsächlich die Möglichkeit erhält, sich mitzuteilen und gehört zu werden. Manchmal aber bedarf es noch einer Weile des Verarbeitens. Oder die übermittelten Informationen verlangen nach Konsequenzen, die erst noch erarbeitet werden müssen. Doch wie auch immer das Gespräch seinen Verlauf nimmt – am Ende ist es an mir, mich bei beiden Seiten zu bedanken. Denn beide, Mensch und Tier, haben mir ihr Vertrauen geschenkt und im besten Falle auch für sich und für ihr Miteinander gewonnen.

 

Bleibt die Frage: Und was muss ich dafür können? Das Allerwichtigste in meinen Augen, sozusagen das Kernstück der Tierkommunikation, ist, dass ich als Mensch die vom Tier empfangenen Informationen völlig wertfrei aufnehme. Klingt simpel, ist es aber nicht. Dennoch: ich bin im Grunde nur das Medium, das die Kommunikation des Menschen mit dem Tier ermöglicht. Ich bin, wenn man so möchte, das Radio, das der Mensch einschaltet, um einen bestimmten Sender zu hören. Und dafür muss ich als Medium lernen, all meine Bewertungskriterien, all mein verstandesmäßiges Wissen, all meine persönlichen Belange, Emotionen und auch meine Empathie (!) komplett zurückzustellen. Ich muss als Medium in der Lage sein, mich selbst frei zu machen von allen eigenen Belastungen, Gedanken, Fragen oder Problemen und auch frei zu sein von meinen persönlichen Lebensthemen, denn es geht im Moment der Kommunikation mit dem Tier nur um genau dieses Tier und seine Situation. Das Tier darf mir all das vermitteln, was ihm wichtig ist auf die Art und Weise wie es ihm angemessen erscheint und es wird sich meiner Assoziationsfähigkeit bedienen – aber ich als Medium darf die Botschaften „nur“ in Empfang nehmen; ich darf sie dem betreffenden Menschen vermitteln, ich darf zur Verständigung beitragen – aber ich darf mich nicht (be)wertend oder kommentierend einschalten. Zumeist sind wir Menschen jedoch geneigt, helfen zu wollen, Ratschläge erteilen zu wollen, eine Situation verbessern zu wollen oder wir fühlen uns veranlasst dazu, nach unserem Bewertungsschema oder aufgrund unserer persönlichen Erfahrungen eigene Ideen oder Informationen zu ergänzen. Doch all das hat in der Arbeit als Medium zunächst keinen Platz. Vielleicht darf ich in einem Gespräch zum gegebenen Zeitpunkt meine persönliche Meinung ergänzen oder aus meinem Erfahrungsschatz berichten, wenn ich danach gefragt werde – aber eben auch nur dann. Und jetzt klingt das Ganze vielleicht gar nicht mehr so simpel, sondern schier hochkompliziert. Damit es das nicht bleibt, denn mein Ziel ist es an dieser Stelle per se nicht, aus der Tierkommunikation eine elitäre Wissenschaft zu machen, möchte ich für den Anfang einen einfachen Weg aufzeigen, den jeder für sich gehen kann:

 

Ich möchte Sie auffordern, sich und Ihrer Umwelt ein paar Minuten, ein paar wenige Momente der Achtsamkeit zu schenken. Beginnen Sie vielleicht damit, einfach in sich hinein zu spüren: Wie fühle ich mich heute? Sitze ich bequem? Wie fühlt sich mein Körper an? Hier wäre die Möglichkeit, eine Innere Reise durch Ihren Körper zu machen: erspüren Sie, wie sich Ihre Füße, Ihre Beine, Ihre Hände, Ihre Arme, Ihr Bauch, Ihre Schultern, Ihr Kopf… anfühlen, der Reihe nach, ganz ohne Wertung, ganz ohne Begründung. Nehmen Sie einfach nur wahr und lassen Sie Ihre Wahrnehmung unbewertet und ganz ohne Verbesserungsvorschlag (à la „Ich bin so verspannt… ich müsste mehr Sport treiben!“…) stehen. Oder Sie widmen sich Ihrem Gefühlsleben: Wie geht es mir heute? Was beschäftigt mich innerlich? Was lastet noch an Problemen auf mir? Welche Fragen gehen mir durch den Kopf? Wie fühle ich mich jetzt damit?... Und auch hier versuchen Sie, den Problemen und Fragestellungen nicht weiter auf den Grund zu gehen, sondern sie einfach nur wahrzunehmen und dabei immer wieder sich darauf zu konzentrieren, wie es Ihnen damit im Moment gerade geht. Egal, welchen Weg Sie einschlagen, beenden Sie die kleine Achtsamkeitsübung damit, mehrere Atemzüge zu nehmen, atmen Sie ganz bewusst, dehnen und strecken Sie sich wohlig, schütteln Sie sich vielleicht leicht, um wieder im Alltag anzukommen.

 

Ich wünsche Ihnen damit Achtsamkeit für sich und eine kleine Auszeit im Trubel des Alltags. Und ich wünsche Ihnen über die Achtsamkeit Ihnen selbst gegenüber die Möglichkeit, auch Ihrer Umwelt und Ihren Tieren eine veränderte Achtsamkeit entgegenbringen zu können. Das ist der Beginn eines tieferen Verständnisses uns selbst und unseren Tieren gegenüber...